Web 2.0

Der Begriff Web 2.0 entstand geschichtlich gesehen nach dem Zusammenbruch der New Economy im Jahr 2001. Der Term definiert keine Software oder Hardware, sondern steht für den Wandel der Internetkultur in der Anwender nicht mehr rezeptiv, sondern aktiv mit ihrer Beteiligung am Internet mitwirken.

Nachdem viele Konzepte scheiterten und der Markt bereinigt war, kam es zwischen O'Reilly und MediaLive International zu einer Denkphase. Dale Dougherty, Vizepräsident von O'Reilly, erkannte einen Zusammenhang zwischen den überlebenden Firmen und ihrem Inhalt. Seiner Meinung nach war das Internet nicht zusammengebrochen, sondern erlebte grade seine Wiedergeburt. Die beiden Firmen planten im Oktober 2004 die erste Web-2.0-Konferenz. Die Konferenz findet seitdem jährlich statt.

Der Trend vom Web 1.0, das nur wenige User Inhalte erstellen und viele diesen passiv nutzen, führte in eine Sackgasse. Aber auch das statische HTML führte zu einer sehr langsamen Pflege und Aktualisierung der Inhalte. Neue Content Management Systeme sowie neue Technologien (RSS) sorgten für eine extrem schnelle und dynamische Pflege des Contents. Nun war es auch Laien möglich Content, Informationen und Meinungen im Internet zu verbreiten ohne ein großes technisches Vorwissen zu besitzen. Private Daten und Inhalte wanderten so unaufhörlich ins Internet und bereicherten die Netzwelt.

Eines der bekanntes Web 2.0 Konzepte ist wohl die größte freie Wissensdatenbank im Internet: Wikipedia. Die Idee, Benutzer aktiv in den Entstehungsprozess der Seite einzubinden führte zu einem regelrechten Boom. Der User war kein reiner Konsument mehr. Seine Rolle wechselte vom passiven Leser zum aktiven Autor. Das viele Augen Prinzip sorgt dabei für Qualität und Sicherheit der erstellten Beiträge. Neue Technologien wie RSS sorgten dafür, dass Informationen nicht mehr statisch durch einen Webbrowser angezeigt werden. Aber auch andere Ideen wie BlogsTwitter & Facebook sind klassische Web 2.0 Applikationen, welche sich in kürzester Zeit unentbehrlich gemacht haben.

Die Schaffung und Nutzung einer kollektiven Intelligenz veränderte unser Zusammenleben wie wohl keine andere Technologie. Die ständige Erreichbarkeit, die Möglichkeiten von GPS und Smartphones sind aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Der Trend den User durch immer neue Beteiligungsmöglichkeiten in die Entstehungsprozesse der Internetseite mit einzubeziehen, wird wohl bei keinem Projekt so deutlich wie Facebook.

Mit seinen knapp 1,8 Milliarden Mitgliedern (weltweit) besitzt die Internetpräsenz von Mark Zuckerberg die größte Datenbank von privaten Personen. In Deutschland sind ca. 34% der Gesamtbevölkerung auf Facebook präsent. Leider erfordern so riesige Vernetzungsmöglichkeiten eine stärkere Kontrolle der Datenschutzrichtlinien. Anwender und Entwickler sind hier beidseitig gefordert ihre Sensibilität im Umgang mit privaten Daten zu erhöhen.